Usedom: Hunde-Safari durch die Pampa

Das ist Insel-Feeling pur: Über 45 Kilometer feinster Sand von Swinemünde bis Peenemünde, dazu Sonne satt – Usedom steht derzeit ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala von Hundereisenden. Während sich der Großteil der Touristen auf die Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin konzentriert, begebe ich mich auf Entdeckungstour durch´s Hinterland der Ostsee-Insel.

Typisch Tourist: Bei meinem ersten Trip nach Usedom habe ich mich vor allem auf die allseits bekannten Hochburgen konzentriert. Die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind auch durchaus mit Hund einen Besuch wert. Doch weil sich die Bäderarchitektur am besten von der Promenade oder direkt vom Strand aus genießen lässt, bietet sich dafür eher die Nebensaison an. Also dann, wenn die Fellnasen an die Hauptstrände dürfen. Ansonsten gibt es extra ausgewiesene Hundestrände. Mein Favorit ist der zwischen Ahlbeck und der Grenze zu Swinemünde. Schon allein, deshalb, weil er nur 15 Kilometer von meinem eigentlichen Ziel, dem Usedomer Hinterland, entfernt liegt.

Geduckte Reetdach-Häuser und jede Menge Wiesen und Felder

Die Nähe zu dem Badeort ist einer der Gründe, warum es mir leicht fällt, eine Ferienwohnung außerhalb des Trubels zu beziehen. Schließlich ist es nicht nur mein Urlaub, sondern auch der von Hailey und Samy. Die Australian Shepherd Hündin und der Kleinspitz Rüde schauen nach der langen Fahrt bereits erwartungsvoll von der Rückbank des Autos hinaus auf das Inselinnere:

Ein paar geduckte Reetdach-Häuser, Laubwälder, Wiesen und Felder ziehen an uns vorbei.

Und dann das: Die eben noch so gut ausgebauten Straßen verwandeln sich immer mehr in eine Ruckelpiste, je näher wir unserer Ferienwohnung in dem kleinen Örtchen Stolpe kommen. Sind wir überhaupt noch in der Zivilisation?

Für ein tiefergelegtes Coupé sind derartige Feldwege wahrlich nicht geeignet. Dann schon eher für Trabbis, denke ich noch bei mir und schwupps steht am Wegesrand auch schon so ein altes Ex-DDR-Vehikel! Es dient zwar nur als Werbefläche, dennoch hat das Hinterland mit schicki-micki-Bäderarchitektur und imposanten Strandpromenaden so gar nichts mehr gemein. Hier geht es eher um die Entdeckung der Langsamkeit. Die Orte sind einsam, klein und abgelegen. Einige Bauern leben hier, Fischer und seit ein paar Jahren auch immer mehr Touristen. Trotzdem frage ich mich: Was soll hier Spannendes kommen?

Die Antwort erfahre ich schon kurz darauf: Über eine schattenspendende Allee, etwa fünf Kilometer von der Inselhauptstadt Usedom entfernt, gelangen wir über eine alte Pflastersteinstraße nach Stolpe. Plötzlich entdecke ich gegenüber des idyllischen Dorfteiches ein geradezu märchenhaftes Barock-Schloss, Baujahr 17. Jahrhundert! Wahnsinn. Genauso herausgeputzt wie das Schloß ist auch der Garten und die Remise, die sich daneben befindet. Darin befindet sich ein schickes Schloss-Restaurant mit zwei Terrassen. Unter Sonnenschirmen haben es sich dort schon Menschen und ihre Hunde bequem gemacht. Ja, hier kann man sich durchaus wohlfühlen.

Direkt am Schloss biege ich ein – und werde bereits von meiner Vermieterin Heidrun Hell und ihrer schwarzen Neufundländer Hündin Elsa erwartet. Die ältere Dame vermietet eine hundefreundliche, modern eingerichtete Ferienwohnung, die vom Tourismusverband mit vier Sternen ausgezeichnet wurde. Voraussetzung dafür waren unter anderem der eigene Eingang für die Gäste und die Terrasse mit Garten für die Hunde.

Schäferhündin Fee in der Ferienwohnung in Stolpe.

Doch dafür haben wir jetzt erst mal keine Zeit.

Romantische Häfen

Nach der langen Fahrt möchten Hailey und Samy sich erst mal die Pfötchen vertreten. Denn ob Hinterland oder nicht, wir sind noch immer auf der Insel und dort sollte es doch auch Wasser geben, oder? 

Ich pflücke mir einen Apfel von einem der vielen Obstbäume, genieße den frischen Geschmack und ziehe mit den Hunden los in Richtung Haff.

Ein asphaltierter Weg führt uns durch endlos lange Mais-Felder hindurch, geradewegs in den Wald. Gut für Hailey und Samy: Sie dürfen frei herum laufen und die Gegend erkunden.

Nach ungefähr 15 Minuten erreichen wir eine romantische Anlegestelle an der Stettiner Haffküste, die uns einen malerischen Blick auf das funkelnde Wasser bescherrt. Die Gemeinde Stolpe liegt nämlich mitten im Naturpark Usedom. Die Küste erstreckt sich von Karnin im Westen der Insel Usedom bis hin zur polnischen Grenze. Jetzt hat mich die Abenteuerlust gepackt! Ich will mehr über das Hinterland erfahren.

In der Gegend um Stolpe entdecke ich immer wieder reizvolle Örtchen und stille Refugien, an denen es sich zu verweilen lohnt. Vor allem Kamminke gehört dazu, dessen kleiner Hafen am Nordufer des Stettiner Haffs für einen Hauch von Fischerromantik sorgt. Vom Steilufer aus lässt sich sogar prima die Aussicht über das Oderhaff genießen. Und da bei strahlendem Sonnenschein: Einfach herrlich!

Auf ein bisschen Insel-Feeling möchte ich trotzdem nicht verzichten: Regelmäßig zieht es mich mit  mit Hailey und Samy an den Hundestrand zwischen Ahlbeck und Swinemünde. Nach dem Trubel dort freuen wir uns anschließend umso mehr auf die Ruhe und Entspannung im Hinterland Usedoms.

Tipps für Euren Tripp nach Usedom:

Unsere Wanderung zum Kleinen Haff von Stolpe, ist auf der Internetseite www.traumziel-mv.de zu finden und heißt „Von Stolpe zum Usedomer See“

Hundestrände:

Vom 1. Mai bis zum 30. September dürfen Hunde nur angeleint an die Strände der Seebäder.

Der Hundestrand von Ahlbeck liegt außerhalb. Er befindet sich kurz vor der Grenze zu Swinemünde. Gegenüber eines großen Parkplatzes führt ein Waldweg direkt zum Strand.

Zentraler hingegen liegt der Strandabschnitt für Hunde in Heringsdorf. Dieser befindet sich am Auslauf des Sackkanals. Hier gibt es sogar einen Strandkorbverleih und einen Kiosk.

Außerhalb des Kaiserbads Bansin dürfen Hunde in Höhe des Forsthauses Langenberg an der Steilküste westlich des Seebades an den Strand.

Anders sieht es in der Nebensaison aus. Vom 1. Oktober bis 30. April können Hunde sich am ganzen Strand bewegen, allerdings müssen sie dort angeleint sein. Eine Leinenpflicht herrscht übrigens in der ganzen Gemeinde Ostseebad Heringsdorf.

Einreisebestimmungen Swinemünde/ Polen:

Hunde dürfen nach Polen nur mit EU-Heimtierpass einreisen. Sie müssen eine gültige Tollwutimpfung haben (mindestens 21 Tage vor der Einreise).

Übernachtung:

Infos zur Vier-Sterne-Ferienwohnung in Stolpe für Hundehalter gibt es unter http://urlaub-mit-hund.vpweb.de/fewo-stolpe.

Auf der Homepage von Usedom Tourismus kann man sich unter „Urlaub mit Hund“ sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten (inkl. Campingplätze) anzeigen lassen.

www.usedom.de oder unter Tel.: 03837/849880.

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